Aufstand der Anstaendigen

Wenn sich gewoehnliche Deutsche zu Stammtischparolen zusammenrotten und ihrer Empoerung mal so richtig Luft machen, so muss der Anlass dazu nicht unbedingt ein neues Asylbewerberheim in der Nachbarschaft, erhoehte Mehrwertsteuersaetze oder gar ein verlorenes Spiel der Nationalelf sein.
Auch so profane Gruende wie das Nichteinhalten der vorgeschriebenen Traufhoehe, der Bau einer maessig befahrenen Einbahnstrasse am Spreeufer oder gar ein neuer Zaun ueber den Trampelpfad reichen als Gruende voellig aus.
Die Original-Berliner_innen von ‘Mediaspree versenken’ riefen am Sonnabend erneut zur Demo und zur Verteidigung der Reichshauptstadt gegen gierigen Investorenhaende. Vom Lautsprecherwagen wurde gewettert gegen die Scheindemokratie, die keine echte und auch gar keine direkte, allenfalls eine buerokratische und scheinbare ist. Ein unglaublicher Skandal! Diese Stadt muss gerettet werden! Gluecklicherweise empfindet das teilnehmende Publikum den dahingesudelten Gehirnduennschiss der wenigen Mediaspree-Aktivist_innen, deren rhetorisches Vorbild der Doktor Motte sein muss, allenfalls als stoerend und nervige Pausen der Technoparade.
Da hilft nur: Gehirn ausschalten und mitlaufen. Das kann ich natuerlich gut.

Jul/10/2010 232521

Jul/10/2010 232417

und noch paar Fotos