Der Mc unter den Fits

Den Hinweisen aus den Kommentaren vom letzten Fitness-Bericht folgend, war ich letzte Woche mal dort, wo jede/r preisbewusste Freizeitsportler_in vermutlich irgendwann ankommt:

McFit, die Fabrik der proletarischen Koerperertuechtigung. Beim Anblick der wabernen Menschenmassen fuehlt man sich taetsaechlich an eine Fabrik erinnert. Um es vorwegzunehmen: Die Herren Doktoren Klitschko waren nicht da und einen Sandsack gibt es auch nicht. In den Genuss eines kostenlosen Probetraining zu kommen ist allerdings denkbar einfach. Ohne Termin und nervige Trainerbegleitung bedeutet das, einfach hinzugehen, die Frage nach Erfahrung im Umgang mit Fitnessgeraetschaften zu bejahen und dann sich unter die waberne Sportmasse zu mischen. Kontrolle oder Zeitbegrenzung gibt’s nicht. Was natuerlich die besonders sparsame Variante ins Spiel bringt, das nacheinander bei allen 20 oder 30 Mcfits in Berlin zu machen und dann wieder von vorn zu beginnen.

Damit Du auch richtig merkst, dass Du Dich nun ganz unten in der Wertschoepfungskette der Koerpervermarktung befindest, musst Du ein Vorhaengeschloss mitbringen. Damit wird der Schrank verschlossen. Es geht also immer noch etwas primitiver, was ich nach American Fitness mit dem 60er-Jahre-Schranksystem eigentlich kaum fuer moeglich hielt. Verlierst Du den Schluessel oder streikt Dein Vorhaengeschloss, hast Du ein privates Problem. Support durch die Fabrik-Aufsicht ist neben kostenintensiven Schliesssystem-Schnickschnack somit auch direkt wegrationalisiert. Fuer Wertsachen gibt es uebrigens extra kleine und beaufsichtigte Schliessfaecher (noch ein Schloss mitbringen) direkt neben dem Eingang. Da an jedem zweiten Umkleideschrank der Hinweis haengt, Wertsachen nicht in diesen zu lassen, vermute ich einen ernsthaften Grund fuer diese Klau-Paranoia.

Erfahrung im Umgang mit Fitnessgeraeten bedeutet bei mir uebrigens, ich weiss, dass ich irgendwo dran ziehen oder druecken muss, gucke mir an, was die anderen so machen und turne es nach. Eventuell lese ich mir noch den kleinen Zettel am Geraet durch. Die Auswahl an verschiedenenartigen Maschinen in der Fintnessfabrik ist allerdings sehr ueberschaubar, von allen Typen sind mehrere vorhanden.

Da es gegen 19.00 Uhr sehr voll war, war gewisse Flexibilitaet im Ablaufplan noetig. Da ich kein richtiges Trainingsprogramm habe, reicht mir das aber. Als demografischer Ueberblick ueber die waberne Masse seien die Eckpunkte genannt: hoher Anteil Nichtdeutscher, hoher Frauenanteil, kaum Stresstypen, keine nervigen Paerchen. Also positiv, nicht unbedingt erwartungsgemaess. Es wird fleissig Sport getrieben und damit hat sich das.

Sinnlose Kurse sind im Preis nicht inklusive, weil es einfach keine gibt. Duschen muss uebrigens extra bezahlt werden. In meinem Fall natuerlich ‘muesste’, da ich diese exzessive Koerperreinigung fuer eine kleinbuergerliche Marotte halte. Parken ist zumindest bei Mcfit am Moritzplatz direkt vor der Tuer ohne zusaetzliche Kosten moeglich.

Es wurde uebrigens auch nicht versucht, mir irgendeinen Vertrag aufzudraengeln. Ich wurde das aber eher darauf zurueckfuehren, dass die Leute an der Fabrik-Aufsicht einfach den Ueberblick verloren haben.

Ergo: Umgebungsvariablen im Verhaeltnis zum Preis stimmen, ich denke darueber nach.


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