Michael Czablewski (Name von der Redaktion leicht geaendert) besuchte gemeinsam mit Klaus Peter die Unterstufe einer Lichtenberger Polytechnischen Oberschule, welche neben einer starken musikalischen Ausrichtung auch die Freundschaft mit dem Bruderland Mongolische Volksrepublik als Schwerpunkt hatte. Im Gegensatz zu Klaus Peter gehoerte Czablewski jedoch nicht zu den Leistungstraegern sozialistischer Schulbildung, hatte allerdings einen Vater, welcher in der volkseigenen Trabrennbahn Karlshorst als Sulkyfahrer taetig war. So wurde er gelegentlich zur Attraktion, da die gesamte Klasse auf Grund dieser Beziehung Pferde fuettern und anfassen durfte.
Das rostige Hufeisen, welches Klaus Peter bei einem dieser Besuche geschenkt bekam, mit Silberfarbe strich und an die Wand nagelte, ueberdauerte die unbedeutende Bekanntschaft zu dem Mitschueler Czablewski. Viele Jahre geriet der Name Czablewski in Vergessenheit.
Zu neuer Bluete geriet er, als er als das autonome Dasein Klaus Peters als Namensgeber auf Formularen und in unzaehligen Telefonaten begleitete. In glorreicher Eintracht fungierte er mit Herrn Zeidler, Marvin de Souza und anderen Personen, die es nie gab und eine Gruppierung vortaeuschten, an denen nur wenige Eingeweihte ihren Spass haben konnten. Seinen spektakulaersten Auftritt hatte er als Rechtsanwalt Czablewski, als er aus einem Doenerimbiss mit verschiedenen Dienststellen der Berliner Polizei telefonierte, um den Aufentshaltort eines verhafteten Bekannten in Erfahrung zu bringen.
Letzte Woche, wieder nach vielen Jahren und einige Leben spaeter, begegneten sich Klaus Peter und Michael Czablewski kurz und unverhofft. Der zwischenzeitlich unterarmtaetowierte und mindestens zwei Meter grosse Czablewski bedient an einer Tankstelle und war nur durch das Namenschild am Dienstshirt zu erkennen. Klaus Peter bezahlte die Tankfuellung und ging, ohne sich zu erkennen zu geben. Was vermutlich auf Verstaendnislosigkeit gestossen waere.
Danke fuer alles, Czablewski!