Am Rande des Transgenialen CSD kam es zu einem kleinen Gastspiel des abgehalfterten Deutschrappers Bushido, welcher sich in der Vergangenheit der homophobe Texte und Auftritte einen Namen und dementsprechend unbeliebt bei den Teilnehmer_innen des TSCD gemacht hatte.
Ich und vermutlich auch die meisten anderen Demonstrant_innen wurden erst auf Bushido am Imbiss ‘Burgermeister’ unter der Hochbahn gegenueber des Bahnhofs ‘Schlesisches Tor` aufmerksam, als vom Lautsprecherwagen auf ihn hingewiesen und einige unfreundliche, aber angemessene, Worte in seine Richtung verkuendet wurden. Zu diesem Zeitpunkt poebelte Bushido bereits, was er genau gesagt hat, konnte ich nicht verstehen. Es kam, wie es kommen musste: DIe Demonstrant_innen liessen sich das nicht gefallen und rueckten naeher, der Rapper Nyze, welcher Bushido begleitete, sprang auf und nahm eine drohende und eine situationsbedingt eher albern wirkende Haltung ein. Ob dabei Flaschen im Spiel waren und etwas geworfen oder geschuettet wurde, konnte ich nicht erkennen. Im folgenden Durcheinander versuchte eigentlich jede/r jede/n zu beruhigen, allerdings war die Situation kurzzeitig etwas unuebersichtlich.
Jedenfalls rueckten an dieser Stelle die Bullen an, was auch hoechste Zeit wurde.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Berliner Polizei packte mich an den Schultern und versuchte mich wegzudruecken. Dazu muss erwaehnt werden, dass sie an meine Schultern gerade so herankam, weil sie auf dem ca. 20cm hoeheren Bordstein stand. Klappte also nicht, aber Hochachtung an dieser Stelle vor soviel Einsatz.
Auf die koerperliche Unversehrtheit der Rapper haette angesichts einiger Hundert aufgebrachter Demonstrant_innen sicher niemand, der bei klarem Verstand ist, auch nur eine muede Mark wetten wollen.
Die Bullen schirmten Bushido ab und verhinderten eine moegliche koerperliche Konfrontation. Nach ca. 10- 15 Minuten wurden Bushido und seine Begleitung unter starken Polizeischutz in Richtung seines PKW begleitet, nachrueckende Demonstrant_innen entsprechend zurueckgehalten.
Ich halte den ganzen Vorfall fuer eine miese und schaebige Inszenierung des Deutschrappers. Mir fehlt die Vorstellungskraft, dass dieser am fruehen Sonnabendnachmittag an einer schlechten Imbissbude in Begleitung von 8-10 Personen sitzt und Pommes isst – ausgerechnet dort, wo der einmal jaehrlich stattfindene Transgeniale CSD vorbeikommt. Fuer eine Inszenierung spricht die geschmacklose, aber sehr auffaellige neongruene Oberbekleidung des C-Promis und die Tatsache, dass der gesamte Vorfall von einer Person aus seiner Begleitung mit einer halbwegs professionell aussehenden Kamera gefilmt wurde. Das die Situation etwas eng werden koennte und er unter Umstaenden nur mit knapper Not und Hilfe der Berliner Polizei entkommen ist, wird er vorher gar nicht so realisiert haben.
Der ganze Vorfall war recht banal und waere nicht der Rede wert gewesen, wenn nicht dieser alternde Musikant mit Aufmerksamkeitsdefizit daran beteiligt gewesen waere. In diesem Kontext sind die entsprechenden Medienberichte reisserisch uebertrieben und entsprechen nicht dem, was sich dort abgespielt hat. Ein besseres Wortgefecht, mehr war das nicht.
Nunja. Was macht man nicht alles fuer ein paar Schlagzeilen oder eine Erwaehnung in Berlins erfolgreichstem starblog.
Ich bin ein Star, holt mich hier raus
Published: 2009/06/28Posted in: take good note of the western horizon
Der “Burgermeister” macht wirklich ziemlich schlechte Burger. Naja, was solls; Bushido hat sich blamiert. Und selbst wenn nicht hätte er den “Skandal” wohl kaum als seine Realness unterstreichend in der Rap-Szene ausschlachten können.
ich wuerde auch nicht auf die idee kommen, dort etwas zu essen.