In the temple of love: hear my calling

Wenn breite gesellschaftliche Buendnisse honestly concerned Deutscher gegen Naziaufmaersche ausruecken, wirds meistens sehr peinlich.
Das muss wohl in der Natur der Sache liegen.
Heute wurde gegen die NPD gerufen, welche sich erbloedete gegen weitere Hindutempel im deutschen Neukoelln zu demonstrieren. Ein Hindutempel, gegen den sich der Volkszorn von ca. 50 NPD-Anhaengern richtete, ist ein leerer Platz von ca. 25x25m. Auf diesem einen riesigen Tempel zu errichten wuerde sicherlich einer architektonischen Meisterleistung gleichkommen.
Diskussionen auf entsprechenden Naziplattformen offenbarten zudem die kontroversen Grabenkaempfe innerhalb des nationalen Lagers, war man sich doch sichtlich uneinig darin, ob es denn nun gewoehnlicher Rassismus oder doch lieber die arische Verbruederung mit Hindus sein sollte.
Fuer intellektuellen Sprengstoff war also gesorgt, die Erwartung an den Unterhaltungswert entsprechend hoch. Eine kleine Runde mit einem standesgemaessen Fahrzeug fuehrte vorab tatsaechlich zu unmittelbarem Sichtkontakt mit einigen Nazis, ansonsten war das Gelaende grossraeumig abgesperrt.
Die buergerliche Unaufaelligkeit wurde zudem schmerzhaft durch meine hintergrundmigrantische Begleitung gestoert, ein Punkt, an dem wir noch arbeiten muessen.
So blieb also nur noch der halbe Spass, Mitlaufen mit der Gegendemo. Diese Haelfte dafuer umso intensiver.
Die Kartoffelantifa wurde ausgezeichnet ergaenzt durch die Bratwurstfraktion, welche auch den gewerkschaftlichen Lautsprecherwagen stellte. Eine Dame versuchte im paedogogischen Tonfall Ordnung in die Demo zu bringen und gleichzeitig eine gewissen Dynamik im rechtsstaatlichen Rahmen zu verspruehen. So war sie sich nicht zu schade, sowohl Demonstrant_innen als auch die Kraefte der Polizei mit ‘Kollegen’ anzusprechen, alle 20m an die Polizei moralisch zu appellieren, doch dieses oder jenes zu unterlassen. Dieses fruchtete natuerlich herzlich wenig, sorgte allerdings zu unserer Erheiterung. Desweiteren wurden die Demonstranten staendig aufgefordert, moeglichst laut zu sein, damit ‘die Nazis uns hoeren und Angst bekommen’. Kollegin Lautsprecherwagendame, ich will dir keineswegs zu nahe treten, aber das einzige, vor dem irgendjemand Angst bekommen konnte, war deine nervige Stimme im Ueberschlag.
Das ganze kulminierte dann bis zu einer Absperrung, hinter welcher in ca 250m auch die wenigen Nazis vorbeiliefen und dort eine Art Zwischenkundgebung abzuhalten schienen. Triumph am Megaphon: ‘Wir haben gewonnen, weil wir mehr sind’.
Die Lautsprecherdame schrie sich die Mandeln aus dem Hals und in den kurzen Pausen, welche sie zum Luftholen brauchte, war von der anderen Seite ein aehnlicher Schreihals zu hoeren, welcher vermutlich seine Gefolgschaft ebenso eifrig zu motivieren versuchte. Nazischweine sind also auch nicht besser dran. Kurze Ruetteleien an der Absperrung machten offensichtlich einen Schlagstockeinsatz der Exekutive erforderlich und dieser provozierte daraufhin die Dame am Lautsprecher noch einmal zur Steigerung der Frequenz und Tonhoehe. Sie ist heute Abend sicher heiser, aber ich habe die Kopfschmerzen. Bleibt zu hoffen, dass dies den Bullen und Nazis aehnlich geht.
Wenn die Zoeglinge der Antirassisten nicht das machen, was sie nach deren Meinung eigentlich sollen, wurde von einem Herrn der Hindugemeinde glaenzend vorgefuehrt. Nach kurzen Ausfuehrungen ueber den Hinduismus folgte der unvermeindliche Hinweis auf seine deutsche Hausfrau, die Kinder, die eine deutsche Schule besuchen und ihn selbst, der Deutschland liebe. Zur Verblueffung vieler Anwesender schloss er mit dem Ruf:’Wir sind Deutschland’. Etwas verhaltender Beifall war die Folge.
Ein weiterer Redner, ich vermute die Abloesung der lauten Dame, leistete sich noch den Fauxpas, die Parole ‘… jede Sekunde ein deutscher Soldat’ in ‘jede Sekunde ein Nazisoldat’ umzuwandeln. Als ob nicht hier schon jeder kapiert haette, dass ver.di und die DKP Deutschland eigentlich gar nicht so schlecht finden, wenn es doch nur die paar Nazis nicht gaebe.
Wobei ich ja finde, dass die Blaschkoallee um einiges an Charme gewinnen wuerde, wenn es in dieser Gegend eine Art Kaffeeladen geben wuerde. Haette eventuell auch gegen meine Muedigkeit geholfen.

Antifa, hahaha