‘Hugo Boss’ – eine deutsche Firma

Die Firma ‘Hugo Boss’ wurde 1924 im schwaebischen Metzingen als Kleiderfabrik gegruendet. Das Geschaeft laeuft zunaechst eher schlecht, der Firmengruender Hugo Boss tritt 1931 in die NSDAP ein. Im Anschluss gelingt es, die Firma als Lieferant von SA, SS und HJ-Uniformen zu stabilisieren. Die Belegschaft steigt von 20 (1930) auf 99 (1937) Beschaeftigte. Die Geschaeftsfuehrung gilt als ueberzeugte Nazis, ueblicherweise wird sich nach Augenzeugenberichten in der Firma mit ‘deutschem Gruss’ gegruesst. Waehrend des Krieges mussten ca. 150 osteuropaeische Zwangsarbeiter und etwas 30 franzoesische Kriegsgefangene fuer das Unternehmen bei der Herstellung von Wehrmachtsuniformen arbeiten.
Nach der Befreiung vom Faschismus gilt der Firmenchef zunaechst als ‘belastet’, wird spaeter jedoch als ‘Mitlaeufer’ zurueckgestuft, da er kein Funktionaer der NSDAP war und keine oeffentlichen Reden hielt.
Die Herstellung von Herrenanzuegen beginnt erst nach Ende des Krieges.
Hugo Boss stirbt 1948.
Die Firma ‘Hugo Boss’ leistete Entschaedigungszahlungen im Rahmen der ‘Stiftung der Deutschen Industrie zur Entschädigung von Zwangsarbeitern’, welche im Jahr 2007 mit der Auszahlung von 4,4 Milliarden Euro an rund 1,7 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter einen Schlusstrich unter dieses Kapitel deutscher Verbrechen ziehen wollte.
Zum Vergleich: Deutsche Firmen ‘erwirtschafteten’ duch Zwangsarbeit einen Reingewinn von ca. 16 Milliarden Reichsmark, dies ergibt bei allgemeinen Preis – und Lohnumrechnungen mehr als 50 Milliarden Euro. Nicht mitgerechnet sind dabei die mittlerweile 60jaehrige Verzinsung, welchen den ZwangsarbeiterInnen bzw. ihren Nachkommen fuer die vorenthaltenen Loehne zusteht. Das westdeutsche Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit ist zu einem nicht unbetraechtlichem Teil im Profit aus Zwangsarbeit begruendet.

quellen:

Zwangsarbeit in Metzingen

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